Was ist der Unterschied zwischen Syrah und Shiraz?
Kurze Antwort
Syrah und Shiraz bezeichnen dieselbe Rebsorte, deren stilistische Unterschiede sich aus Klima und Weinbautradition ergeben. Syrah (Frankreich, kühlere Klimate) zeigt Eleganz, Pfeffer und blaue Beere, während Shiraz (Australien) kräftiger, fruchtiger, oft marmeladiger und mit höherem Alkohol präsentiert wird.
Ausführliche Antwort
Die Rebsorte wurde 1998 durch genetische Studien an der Universität Davis als natürliche Kreuzung aus der obskuren weißen Sorte Mondeuse Blanche und dem dunklen Dureza aus der Ardèche identifiziert, womit der mythische Ursprung aus Shiraz (Persien) oder Syrakus endgültig widerlegt wurde. Der Name "Shiraz" etablierte sich in Australien, weil die ersten Rebstöcke 1832 durch James Busby aus dem Rhonetal und Spanien nach New South Wales gebracht wurden und dort lokal adaptiert wurden.
Klimatisch prägt der Unterschied die Stilistik entscheidend. Im nördlichen Rhonetal (Hermitage, Côte-Rôtie, Cornas) wachsen Syrah-Reben auf Granit- und Gneisböden zwischen 45° und 46° nördlicher Breite, mit Jahresdurchschnittstemperaturen von 11 bis 12 °C und Erntezeiten im September. Die Weine zeigen typischerweise 12,5 bis 13,5 %vol, ausgeprägte Aromen von weißem und schwarzem Pfeffer (chemisch Rotundon, ein Sesquiterpen, das in kühlen Klimaten stärker exprimiert wird), Olive, Veilchen und Speck.
In Australien dagegen, besonders im Barossa Valley (35° südliche Breite) und McLaren Vale, erreicht Shiraz durch mediterranes Klima mit warmen Nächten und intensiver Sonneneinstrahlung 14,5 bis 16 %vol Alkohol, mit Aromen von Blaubeerkompott, Schokolade, Eukalyptus und oft süßem Vanilleholz durch amerikanische Eiche. Reben des Barossa-Weinguts Langmeil "The Freedom" stammen aus 1843 und gehören zu den ältesten Shiraz-Reben der Welt.
Eine interessante Hybridform entwickelt sich in kühleren australischen Regionen wie Yarra Valley, Beechworth und Canberra, wo Produzenten wie Yeringberg, Jamsheed oder Clonakilla einen rhonetypischeren Stil mit 13 bis 13,5 %vol erzeugen und ihre Weine gelegentlich "Syrah" beschriften, um den stilistischen Unterschied zu Barossa-Shiraz zu betonen. Ähnliches gilt in Südafrika (Swartland), Chile (Elqui Valley) und Washington State (USA), wo die Bezeichnung bewusst gewählt wird. Die Rebsorte umfasst weltweit etwa 190.000 Hektar und ist damit die sechsthäufigste Rebsorte weltweit.