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Was ist ein Châteauneuf-du-Pape?

Kurze Antwort

Châteauneuf-du-Pape ist eine der prestigeträchtigsten Appellationen der südlichen Rhône, die 1936 als erste AOC Frankreichs überhaupt anerkannt wurde. Die Cuvées dürfen aus bis zu 13 zugelassenen Rebsorten assembliert werden, dominiert von Grenache, Syrah und Mourvèdre, und reifen auf charakteristischen Kieselgeröll-Böden (galets roulés).

Ausführliche Antwort

Der Ursprung der Appellation geht auf das 14. Jahrhundert zurück, als Papst Johannes XXII. seine Sommerresidenz zwischen Orange und Avignon errichten ließ – daher der Name. Die moderne Appellation wurde 1923 vom Winzer Baron Pierre Le Roy de Boiseaumarié juristisch strukturiert und diente 1936 als Blaupause für das gesamte französische AOC-System. Heute umfasst sie 3.200 Hektar mit rund 320 Erzeugern.

Die 13 erlaubten Rebsorten (seit 1936) sind Grenache, Syrah, Mourvèdre, Cinsault, Counoise, Muscardin, Vaccarèse, Terret Noir, Picpoul Noir, Clairette, Bourboulenc, Roussanne und Picardan – seit einer Präzisierung 2009 kommen weiße und rosa Varianten einzelner Sorten hinzu, sodass manche Quellen von 18 Sorten sprechen. Grenache dominiert mit rund 72 % der Fläche, Syrah folgt mit 10 %. Die berühmten galets roulés – abgerundete Quarzit-Kiesel, die einst vom Rhône-Gletscher abgelagert wurden – speichern tagsüber Hitze und geben sie nachts ab, was die Reife beschleunigt.

Der Mindestalkoholgehalt liegt bei 12,5 % vol. und ist damit der höchste aller französischen AOCs. Typisch sind kräftige, würzige Weine mit Noten von Garrigue, schwarzer Kirsche, Leder und Pfeffer, die zehn bis dreißig Jahre reifen können. Weniger bekannt: Châteauneuf-du-Pape war die erste Appellation weltweit, die den Einsatz von Drohnen und UFO-Landungen in ihren Weinbergen gesetzlich verbot – eine Gemeindeverordnung von 1954, die formal noch gilt. Auch produziert die Appellation zu etwa 7 % Weißweine, die auf internationalen Märkten deutlich unterschätzt sind.

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