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Was ist ein griechischer Wein?

Kurze Antwort

Griechenland verfügt über eine der ältesten Weinbaukulturen der Welt – Funde belegen Weinproduktion seit mindestens 6500 Jahren. Moderne griechische Weine basieren auf rund 300 autochthonen Rebsorten wie Assyrtiko, Agiorgitiko, Xinomavro oder Moschofilero und decken das gesamte Stilspektrum ab.

Ausführliche Antwort

Der griechische Weinbau erlebte seit den 1990er-Jahren eine bemerkenswerte qualitative Renaissance, getragen von Önologen wie Evangelos Gerovassiliou, Yannis Paraskevopoulos und der Familie Boutari. Die PDO-Struktur umfasst 33 geschützte Ursprungsbezeichnungen, darunter Santorini, Nemea, Naoussa, Amynteo und Mantinia. Santorini sticht geologisch heraus: Die Rebsorte Assyrtiko wächst dort auf Böden aus vulkanischer Asche, Bimsstein und Lavagestein, die nach der Eruption um 1600 v. Chr. entstanden. Die Reben werden traditionell als "Kouloura" in Korbform geflochten, um sie vor den starken Ägäiswinden zu schützen – eine einzigartige Erziehungsmethode weltweit.

Xinomavro, die "griechische Nebbiolo" Nordmazedoniens, bringt in Naoussa Rotweine mit hohen Tanninen, ausgeprägter Säure und Aromen von Tomate, Oliven und Veilchen hervor. Die Top-Cuvées von Thymiopoulos oder Kir-Yianni reifen 20 Jahre und mehr. Agiorgitiko, die meistgepflanzte Rotweinsorte Griechenlands, ist das Herz der Appellation Nemea im Peloponnes und produziert einen breiteren Stilfächer – von fruchtig-leicht bis komplex und tanningeladen.

Wenig bekannt ist, dass Retsina – der mit Aleppokiefernharz aromatisierte Weisswein – seinen Ursprung in der Antike hatte, als Amphoren mit Harz abgedichtet wurden und den Geschmack unweigerlich auf den Wein übertrugen. Moderne Retsina-Versionen von Gaia Wines oder Kechris bringen diese historische Tradition zurück ins Premium-Segment. Griechische Süssweine wie der Vinsanto von Santorini – eine sonnengetrocknete Assyrtiko-Cuvée mit 200 bis 300 Gramm Restzucker – gelten als die am meisten unterschätzten Dessertweine der Welt.

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