Was ist ein Margaux-Wein?
Kurze Antwort
Margaux ist eine der sechs kommunalen Appellationen des Médoc im Bordelais und umfasst rund 1500 Hektar auf Kiesterrassen. Die Rotweine basieren hauptsächlich auf Cabernet Sauvignon und Merlot und gelten als die elegantesten und duftigsten des gesamten Médoc.
Ausführliche Antwort
Die AOC Margaux wurde 1954 abgegrenzt und umfasst fünf Gemeinden: Margaux, Cantenac, Soussans, Labarde und Arsac. Mit 21 klassifizierten Châteaux aus der berühmten 1855er Klassifikation – darunter Château Margaux als einziger Premier Grand Cru Classé der Appellation – besitzt Margaux die höchste Dichte an klassifizierten Crus des Médoc. Der Rebsortenspiegel zeigt typischerweise 55 bis 75 Prozent Cabernet Sauvignon, 20 bis 40 Prozent Merlot, ergänzt um Petit Verdot und Cabernet Franc.
Geologisch ruhen die besten Parzellen auf tiefen Kiesbänken aus dem Günz-Quartär, die teilweise mehr als sieben Meter mächtig sind und eine hervorragende Drainage sowie Wärmespeicherung bieten. Eine kaum bekannte Besonderheit: Der Boden von Château Palmer enthält ungewöhnlich viel Ton in tiefen Schichten, was diesem Wein seinen fleischigeren, fast burgundischen Charakter im Vergleich zu anderen Margaux-Crus verleiht.
Stilistisch zeichnet sich Margaux durch eine florale Aromatik – Veilchen, Rose, Iris – aus, die in keiner anderen Médoc-Appellation so ausgeprägt ist. Die Tannine sind seidig und fein gewoben, die Struktur ist eher horizontal als vertikal, was Margaux den Beinamen "Weiblichkeit des Médoc" einbrachte. Das Lagerpotenzial der Spitzencrus reicht über 40 Jahre hinaus: Jahrgänge wie 1900, 1928, 1945 und 1961 von Château Margaux gelten heute als mythisch. Der moderne Stil, geprägt durch Paul Pontallier und seit 2013 Philippe Bascaules, betont Präzision und Eleganz über extraktbetonte Dichte.