Was ist ein Meursault-Wein?
Kurze Antwort
Meursault ist eine der grössten Weissweinappellationen der Côte de Beaune im Burgund, ausschliesslich aus Chardonnay erzeugt. Auf rund 395 Hektar entstehen opulente, buttrige Weine mit Noten von Haselnuss, Brioche und reifen gelben Früchten, häufig im Barrique ausgebaut.
Ausführliche Antwort
Die AOC Meursault wurde 1937 anerkannt und gehört zu den paradoxen Fällen des Burgund: Trotz ihrer Prestigestellung besitzt sie keinen einzigen Grand Cru, verfügt aber über 21 Premiers Crus, darunter die legendären Lagen Les Perrières, Les Genevrières und Les Charmes. Les Perrières wird von vielen Kritikern als de facto Grand Cru eingestuft – mehrere Versuche zur offiziellen Hochstufung wurden zwischen 1938 und heute unternommen, scheiterten jedoch an lokalen politischen Widerständen.
Die Böden bestehen aus oolithischem Kalkstein aus dem Bathonium mit mergeligen Einschlüssen, und die Lage an der Kreuzung von Puligny-Montrachet im Süden und Volnay im Norden prägt den Stil: runder und dichter als Puligny, aber mineralischer als viele Côte-de-Beaune-Weissweine. Die Rebfläche liegt zwischen 230 und 360 Metern Höhe, wobei die besten Premiers Crus an den steilsten Hängen stocken.
Der klassische Meursault-Ausbau erfolgt während 12 bis 18 Monaten in französischen Barriques, mit einem Neuholzanteil von 20 bis 50 Prozent je nach Winzer. Die malolaktische Gärung wird meist vollständig durchgeführt, was dem Wein seine charakteristische Cremigkeit verleiht. Historisch kurios: Meursault hiess im 18. Jahrhundert vor allem für seine Rotweine berühmt – der Umschwung zum Chardonnay erfolgte erst nach der Reblauskrise. Heute reifen Spitzenweine von Domänen wie Coche-Dury, Comtes Lafon oder Roulot problemlos 15 bis 25 Jahre und entwickeln dabei Noten von Honig, kandierter Zitrone und feuchtem Stein.