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Was ist ein Pauillac-Wein?

Kurze Antwort

Pauillac ist eine Gemeindeappellation im Haut-Médoc und beherbergt drei der fünf Premiers Grands Crus Classés der 1855er Klassifikation: Lafite-Rothschild, Mouton-Rothschild und Latour. Die Weine sind Cabernet-Sauvignon-dominiert und gelten als die klassischsten und langlebigsten Rotweine von Bordeaux.

Ausführliche Antwort

Die AOC Pauillac wurde 1936 anerkannt und erstreckt sich über 1200 Hektar rund um den gleichnamigen Hafen am Gironde-Ästuar. Die Appellation zählt 18 klassifizierte Crus aus der 1855er Klassifikation – die höchste Konzentration im Médoc gemessen am Prestige. Drei Viertel der Rebfläche liegen auf mächtigen pyrenäischen Kiesterrassen aus dem Günz, die bis zu 30 Meter tief reichen und zu den berühmtesten Böden der Welt zählen. Die Kiesel absorbieren tagsüber Sonnenwärme und geben sie nachts an die Reben ab – ein natürlicher Temperaturregulator, der die volle Reife des Cabernet Sauvignon garantiert.

Der typische Rebsatz zeigt 60 bis 80 Prozent Cabernet Sauvignon, 15 bis 30 Prozent Merlot, dazu Petit Verdot und Cabernet Franc. Ein wenig bekannter Fakt: Die Parzelle von Château Latour, genannt "L'Enclos", umfasst nur 47 Hektar und ist seit dem 14. Jahrhundert praktisch unverändert abgegrenzt. Mouton-Rothschild wurde 1973 – und nur einmal in der Geschichte – von Zweit- zu Erstklassifikation hochgestuft, nach jahrzehntelangen Bemühungen von Baron Philippe de Rothschild.

Stilistisch prägen Cassis, Zedernholz, Graphit, Tabak und eine ausgeprägte mineralische "Bleistiftspäne"-Note die jungen Weine. Nach 15 bis 20 Jahren entwickeln sich Noten von Trüffel, Leder, Zigarrenkiste und Wildfleisch. Die Tannine sind in der Jugend oft massiv, das Säuregerüst beachtlich – dies erklärt das Lagerpotenzial von 30 bis 50 Jahren für Premiers Crus. Jahrgänge wie 1945, 1961, 1982, 1990, 2000, 2005, 2009, 2010 und 2016 gelten als legendär.

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