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Was ist ein Savoyer Wein?

Kurze Antwort

Die AOC Vin de Savoie umfasst rund 2200 Hektar in den französischen Alpen und bringt überwiegend frische, leichte Weissweine aus Jacquère und Altesse sowie Rotweine aus Mondeuse hervor. Die Weinberge liegen zwischen 250 und 500 Metern Höhe und profitieren vom moderierenden Einfluss der Seen Léman und Bourget.

Ausführliche Antwort

Die AOC Vin de Savoie wurde 1973 anerkannt und gliedert sich in 16 geografische Unterbezeichnungen – sogenannte Crus – darunter Apremont, Abymes, Chignin, Chignin-Bergeron, Arbin und Ripaille. Jeder Cru besitzt seinen eigenen Rebsortencharakter: Chignin-Bergeron etwa ist dem weissen Roussanne vorbehalten, Arbin dagegen der roten Mondeuse. Die Gesamtproduktion liegt bei rund 130 000 Hektolitern pro Jahr, was in europäischer Perspektive bescheiden bleibt.

Botanisch bemerkenswert ist die Rebsorte Mondeuse Noire, deren genetische Verwandtschaft mit dem Syrah 2009 durch DNA-Analysen der Universität Davis nachgewiesen wurde – eine Entdeckung, die die bisherige önologische Annahme umstülzte. Mondeuse-Weine zeigen Noten von schwarzem Pfeffer, Veilchen und Waldbeeren sowie eine markante Säure. Die autochthone weisse Rebsorte Altesse, in der Appellation Roussette de Savoie und im Cru Marestel ausgebaut, stammt der Legende nach aus Zypern und wurde im 15. Jahrhundert durch Prinzessin Anne de Lusignan ins Herzogtum Savoyen gebracht.

Die Appellation Abymes verdankt ihren Namen einem Erdrutsch des Mont Granier im Jahr 1248, der mehrere Dörfer unter sich begrub – die geomorphologischen Spuren prägen noch heute das Terroir aus Kalksteingeröll. Savoyer Weine bleiben preislich zugänglich: Ein guter Apremont oder Chignin kostet im Fachhandel meist zwischen 10 und 18 Euro. Das Lagerpotenzial hängt stark von der Rebsorte ab – Jacquère sollte innerhalb von zwei bis drei Jahren getrunken werden, Mondeuse und Roussette hingegen können 10 bis 15 Jahre reifen.

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