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Was ist Malbec und was zeichnet diese Rebsorte aus?

Kurze Antwort

Malbec ist eine dunkelbeerige Rotweinsorte französischen Ursprungs aus dem Südwesten (Cahors), die heute vor allem in Argentinien ihre Hochburg gefunden hat. Sie liefert tieffarbige, samtige Weine mit Aromen von Pflaume, Brombeere, Veilchen und Kakao bei moderater Säure und dichten, aber runden Tanninen.

Ausführliche Antwort

Der Malbec, historisch auch als Côt, Auxerrois oder Pressac bekannt, zählt zu den sechs klassischen Rebsorten des Bordelais, wurde dort jedoch nach dem verheerenden Frost von 1956 weitgehend verdrängt. Heute umfasst die Rebfläche in Argentinien über 45.000 Hektar, weit mehr als in Frankreich selbst, mit einem Schwerpunkt in Mendoza, insbesondere in den Hochlagen von Luján de Cuyo und dem Valle de Uco zwischen 900 und 1.500 Metern Höhe.

Ein überraschendes Detail: Der moderne argentinische Malbec verdankt sein Profil nicht nur dem Terroir, sondern auch einer genetischen Anpassung. Studien der Universität Davis zeigten, dass die vor der Reblauskrise 1868 nach Südamerika importierten Stecklinge einen älteren, kleinbeerigeren Klon repräsentieren als die heutigen französischen Varianten, was die typische Konzentration erklärt.

Im Glas präsentiert sich der Malbec mit intensiv violettem Kern, ausgeprägter Frucht von Schwarzkirsche und Heidelbeere, häufig ergänzt durch florale Noten von Veilchen und Iris. Die Säure liegt meist zwischen 5,5 und 6,5 g/l, der Alkoholgehalt oft bei 13,5 bis 14,5 %vol. In Cahors (AOC seit 1971) muss ein Wein mindestens 70 % Malbec enthalten und zeigt sich rustikaler, mit ausgeprägterer Mineralität durch die eisenhaltigen Kimmeridge-Kalke.

Als Speisebegleiter harmoniert Malbec hervorragend mit gegrilltem Rindfleisch, Lammschulter, würzigen Eintöpfen und gereiften Hartkäsen. Die Lagerfähigkeit qualitativ hochwertiger Exemplare liegt bei 8 bis 15 Jahren, bei Spitzenlagen wie Catena Zapata Adrianna Vineyard auch deutlich darüber.

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