Welche Weinbauregionen gibt es in Frankreich?
Kurze Antwort
Frankreich gliedert sich in rund ein Dutzend große Weinbauregionen: Bordeaux, Burgund, Champagne, Rhône, Loire, Elsass, Beaujolais, Languedoc-Roussillon, Provence, Südwest, Jura, Savoyen und Korsika. Jede Region besitzt eigene Rebsorten, Appellationen (AOC/AOP) und stilistische Traditionen, die sich aus Klima, Geologie und jahrhundertealtem Know-how ergeben.
Ausführliche Antwort
Die französische Weinbaulandschaft umfasst etwa 750.000 Hektar Rebfläche und produziert jährlich zwischen 40 und 48 Millionen Hektoliter – das schwankt mit den Jahrgängen erheblich, wie 2021 zeigte, als Frost die Ernte um fast 30 % reduzierte. Bordeaux ist mit rund 110.000 Hektar die größte AOC-Region und stützt sich auf maritim geprägte Assemblagen aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc. Burgund hingegen arbeitet fast monovarietal mit Pinot Noir und Chardonnay auf nur etwa 29.000 Hektar – die Knappheit erklärt die Preispolitik der Lagenweine (Climats).
Die Champagne ist das kühlste bedeutende Anbaugebiet (Durchschnittstemperatur rund 10 °C) und das einzige, das weltweit gesetzlich den Namen Champagner tragen darf – geschützt seit dem Vertrag von Madrid 1891. Die Rhône zerfällt stilistisch in zwei Welten: den nördlichen Abschnitt mit reinsortiger Syrah auf Granit (Côte-Rôtie, Hermitage) und den südlichen mit bis zu 13 erlaubten Rebsorten im Châteauneuf-du-Pape. Die Loire, mit 1.006 Kilometern Flusslauf der längste französische Fluss, bietet die größte stilistische Vielfalt: von Muscadet im atlantischen Westen über Sancerre bis zu Süßweinen aus Chenin Blanc in Vouvray.
Wenig bekannt ist, dass das Languedoc-Roussillon mit knapp 240.000 Hektar das flächenmäßig größte Weinbaugebiet der Welt innerhalb einer einzigen administrativen Region darstellt. Die Elsass-AOC ist zudem die einzige französische Region, in der traditionell die Rebsorte auf dem Etikett genannt wird – ein Erbe der deutschen Weinbaukultur. Der Jura kultiviert mit Savagnin und Poulsard autochthone Sorten, die anderswo praktisch nicht vorkommen.