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Welche Weine kommen aus dem Jura?

Kurze Antwort

Der Jura ist eine kleine Weinregion in Ostfrankreich mit rund 2.200 Hektar. Die fünf AOCs, Arbois, Château-Chalon, L'Étoile, Côtes du Jura und Crémant du Jura, produzieren einzigartige Weine: Vin Jaune (Gelbwein), Vin de Paille (Strohwein), Macvin (Aperitif) und Weine aus autochthonen Sorten wie Savagnin, Poulsard und Trousseau.

Ausführliche Antwort

Der Jura ist klimatisch und geologisch ein Grenzland: zwischen Burgund (80 km westlich) und der Schweiz, mit ähnlichen kalkig-mergeligen Böden wie die Côte d'Or, aber kontinentalem Klima mit harten Wintern. Die Weinbaufläche erlebte im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt mit 20.000 Hektar, heute sind es nur noch 2.200 Hektar, nach Zerstörung durch Reblaus, Kriegen und der Konkurrenz des industriellen Südens. Die Wiederbelebung begann in den 1990ern durch Winzer wie Pierre Overnoy, Jean-François Ganevat und Stéphane Tissot, die den Jura zur globalen Referenz für unkonventionelle und Naturweine machten.

Die fünf Hauptrebsorten sind einzigartig in dieser Konzentration: Savagnin (weiß, autochthon, Hauptsorte für Vin Jaune), Chardonnay (rund 45 % der Fläche, genetisch mit Pinot Noir verwandt wie im Burgund), Poulsard (rot, dünnhäutig, fast rosa), Trousseau (rot, kräftiger) und Pinot Noir. Savagnin hat DNA-Identität mit dem deutschen Traminer und Gewürztraminer, was die sprachliche Verwandtschaft mit dem Alpenraum unterstreicht.

Der Vin Jaune ist die önologische Besonderheit: Der Wein wird aus Savagnin vinifiziert, danach mindestens 6 Jahre und 3 Monate in einem nicht aufgefüllten Eichenfass (228-Liter-Burgunderfass, sogenannter feuillette) gelagert. Auf dem Wein bildet sich eine Hefeschicht (voile), die Saccharomyces beticus ähnelt (wie in Jerez/Sherry). Diese oxidative Reifung erzeugt Aromen von Walnuss, Curry, gebratenen Mandeln und Sauerrahm. Der Wein wird in 62-cl-Flaschen (clavelin) abgefüllt, dem Volumen, das nach Verdunstung von einem Liter übrig bleibt (die "Part des Anges"). Wenig bekannt: Château-Chalon, die prestigeträchtigste Vin-Jaune-Appellation mit nur 50 Hektar, deklassifiziert in schlechten Jahren komplette Jahrgänge, 1974, 1980, 1984 und 2001 wurden keine Château-Chalon-Flaschen freigegeben, die Trauben wurden stattdessen als Côtes du Jura verkauft. Die Percée du Vin Jaune, das erste Frühjahrsfest der neuen Vin-Jaune-Freigabe Anfang Februar, zieht jährlich 40.000 Besucher an und ist eines der größten Weinfeste Frankreichs.

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