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Welcher Wein passt zu Curry?

Kurze Antwort

Currygerichte verlangen aromatische Weißweine mit Restzucker: ein Gewürztraminer aus dem Elsass, ein Riesling Spätlese von der Mosel oder ein Viognier aus Condrieu balancieren die Schärfe der Gewürze.

Ausführliche Antwort

Curry-Gerichte enthalten Capsaicin (aus Chilis) und Piperin (aus schwarzem Pfeffer), die Schmerzrezeptoren (TRPV1-Kanäle) aktivieren. Tanninhaltige Rotweine verstärken diesen Brenneffekt, während Restzucker und niedrige Tannine ihn neutralisieren. Ein Gewürztraminer aus dem Elsass Grand Cru (z. B. Goldert, Furstentum oder Mambourg) mit 14 bis 15 % Alkohol und 15 bis 40 g/l Restzucker bietet mit seinen Aromen von Litschi, Rose und Ingwer eine geschmackliche Brücke zu asiatischen Currys. Das Monoterpen Cis-Rose-Oxid, charakteristisch für Gewürztraminer, ist identisch mit dem Hauptaroma von Litschi – eine molekulare Koinzidenz, die 2002 vom Forscher Jean-Claude Peltier wissenschaftlich belegt wurde.

Für ein indisches Madras- oder Vindaloo-Curry mit moderater Schärfe funktioniert eine Riesling Spätlese von der Mittelmosel (Bernkastel, Graach, Wehlen) präzise. Die Kombination aus 8 bis 9 % Alkohol, 60 bis 80 g/l Restzucker und einer Säure von 8 bis 10 g/l erzeugt ein kiehlendes Gleichgewicht: Der Zucker neutralisiert die Schärfe, die Säure erfrischt den Gaumen, und die mineralischen Noten aus dem Devon-Schiefer verstärken die Komplexität der Gewürzmischung (Garam Masala, Kardamom, Nelke).

Eine ungewöhnliche Wahl für ein Thai Green Curry mit Kokosmilch und Limettenblättern ist ein trockener Viognier aus Condrieu in der nördlichen Rhône. Der Viognier wächst auf Granit- und Glimmerschieferböden der steilen Terrassen von Château Grillet oder des Côteau de Chéry und entwickelt Aromen von Aprikose, Pfirsich und weißen Blüten. Die opulente Textur des Weines (Glycerin-reich durch späte Lese bei bis zu 14,5 % Alkohol) ergänzt die Kokoscremigkeit, während die florale Aromatik die Kaffir-Limettenblätter spiegelt.

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