Welcher Wein passt zu Paella?
Kurze Antwort
Zur Paella empfehlen sich spanische Weine mit regionaler Nähe: ein Rosé aus Navarra oder Cigales, ein weißer Albariño aus Rías Baixas oder ein junger Tempranillo aus Ribera del Duero für die Fleischvariante.
Ausführliche Antwort
Die Paella Valenciana, 2021 durch die Valencianische Regierung mit einer offiziellen Definition versehen, enthält in der Originalrezeptur Kaninchen, Huhn, grüne Bohnen (bajoqueta), weiße Bohnen (garrofón), Tomaten, Safran und Reis der Sorte Bomba aus der D.O. Arroz de Valencia. Die Safranaromen und der Sofrito bilden eine komplexe geschmackliche Basis. Ein trockener Rosé aus Navarra, basierend auf Garnacha Tinta, bietet mit 12,5 bis 13,5 % Alkohol, einem Restzucker unter 3 g/l und einer kristallinen Säure die ideale Balance. Weingüter wie Chivite oder Ochoa etablierten hier den modernen Rosado-Stil.
Für eine Paella de Marisco (Meeresfrüchte-Variante) verändert sich das Paradigma. Der Albariño aus der D.O. Rías Baixas in Galicien, besonders aus der Unterzone Val do Salnés, wächst auf Granitböden im atlantischen Klima mit jährlichen Niederschlägen von 1.500 bis 1.900 mm. Die Rebsorte entwickelt eine Säure von 7 bis 8 g/l und salzige, jodige Noten, die Krustentiere (Garnelen, Muscheln, Tintenfisch) präzise verstärken. Weingüter wie Pazo de Señoráns oder Do Ferreiro produzieren hier Referenzen mit Reifung auf der Feinhefe.
Überraschend: Die Paella Mixta, eine neuere Kreation aus dem späten 20. Jahrhundert, die Meeresfrüchte und Fleisch kombiniert, wird in Valencia oft als kulinarisches Sakrileg betrachtet. Sommelier-technisch rechtfertigt sie jedoch einen leichten roten Tempranillo aus Cigales oder einen jungen Mencía aus der Ribeira Sacra, der sowohl den Meeresfrüchten als auch dem Fleisch gerecht wird, ohne eine Komponente zu dominieren.