Welcher Wein passt zu Pommes Frites?
Kurze Antwort
Zu Pommes Frites passt ein frischer Champagner, ein trockener Crémant oder ein leichter, fruchtiger Rotwein wie Beaujolais. Die Kohlensäure und Säure schneiden das Fett der Frites optimal.
Ausführliche Antwort
Pommes Frites allein oder als Beilage sind ein unterschätztes Weinpaarungs-Thema, das in Belgien, wo die Frites ein nationales Symbol sind, besonders relevant ist. Die Kombination von Stärke, Salz und Öl verlangt einen Wein mit säurebetonter Frische und idealerweise Kohlensäure, die das Fett mechanisch vom Gaumen entfernt. Champagner Brut, ein klassischer „Fish and Chips“-Partner in Londoner Gastropubs, funktioniert brillant – die Mousse mit 5–6 Bar Druck und die Säure über 5 g/l schaffen einen kristallklaren Gaumenreset.
Der belgische Klassiker ist jedoch Bier, was Wein-Alternativen besonders interessant macht. Ein Crémant d'Alsace Blanc de Blancs oder ein Crémant de Loire bietet eine zugängliche Alternative zu Champagner mit ähnlicher Aromatik. Für rote Weine ist ein Beaujolais-Villages oder ein Cru-Beaujolais wie Fleurie oder Morgon ideal – der Gamay hat niedrige Tannine, lebendige Säure und fruchtbetonte Noten, die die Karamellisierung der Kartoffeln begleiten. Ein junger Pinot Noir aus der Touraine funktioniert ebenfalls.
Ein überraschender Akkord: Trockener Sherry zu Frites ist in Spanien eine übliche Tapas-Paarung. Die nussigen Flor-Aromen harmonieren mit der geröstet-stärkigen Komponente der Kartoffel, während die hohe Säure das Öl schneidet. Ein interessanter Fakt: In Brüssel servieren einige Gastronomie-Sommeliers wie Fred Nicolay (Barmini Brussels) systematisch einen Manzanilla oder einen Loire-Sauvignon zu ihren hauseigenen Frites aus Bintje-Kartoffeln. Die sogenannte „frite à la graisse de bœuf“ der traditionellen belgischen Friterien – in Rindertalg frittiert – verändert das aromatische Profil durch tierische Umami-Noten und verträgt sich überraschend gut mit einem jungen Cabernet Franc aus Bourgueil oder Chinon.