Welcher Wein passt zu Quiche?
Kurze Antwort
Zu einer klassischen Quiche Lorraine passen fruchtbetonte, mittelkräftige Weine wie ein Pinot Gris aus dem Elsass, ein Chenin Blanc aus der Loire oder ein leichter Pinot Noir aus dem Burgund oder Spätburgunder aus Baden.
Ausführliche Antwort
Die Quiche Lorraine ist ein Paradebeispiel für einen Gericht, bei dem mehrere Fettquellen – Mürbeteig mit Butter, Eiercreme und geräucherter Speck – eine dichte, salzig-rauchige Matrix bilden. Ein trockener Pinot Gris aus dem Elsass, besonders aus einem Grand Cru wie Hengst oder Sonnenglanz, bietet mit 13 bis 14 % Alkohol, einer leichten Öligkeit und Noten von Quitte und Räuchernote die ideale Gewichtigkeit, um den Speck zu umspielen, ohne die Eiercreme zu dominieren.
Ein Chenin Blanc aus Vouvray demi-sec, etwa vom Domaine Huet oder Champalou, bringt einen anderen Ansatz: Der Restzucker von 15 bis 30 g/l kontrastiert die Salzigkeit des Specks, während die für Chenin typische Säure (7 bis 8 g/l) die Eiercreme auflockert. Überraschend: Der Tuffeau-Kalkstein der Loire, ein poröser Muschelkalk aus dem Turonium, verleiht diesen Weinen eine spezifische kreidige Mineralität, die bei Quiche-Varianten mit Ziegenkäse oder Lauch hervorragend funktioniert.
Ein Spätburgunder aus Baden, etwa aus dem Kaiserstuhl auf den vulkanischen Böden um Ihringen oder Achkarren, liefert eine oft unterschätzte rote Alternative. Weingüter wie Bernhard Huber, Fürst oder Salwey produzieren Spätburgunder mit 12,5 bis 13,5 % Alkohol, feinem Tanningerüst und Aromen roter Kirschen, die die Räucheraromen des Specks verstärken. Für eine Quiche mit Gemüse (Spinat, Pilze) bleibt ein Elsässer Riesling aus einer kalkhaltigen Lage wie Rosacker die präzisere Wahl, da er den Eindruck einer Reinigung des Gaumens zwischen zwei Bissen erzeugt.