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Welcher Wein passt zu Steak Frites?

Kurze Antwort

Zu Steak Frites passt ein kräftiger, tanninhaltiger Rotwein. Ein Bordeaux aus dem Médoc, ein Malbec aus Cahors oder Argentinien oder ein Côtes du Rhône sind klassische Begleiter, die das Fett des Fleisches ausgleichen.

Ausführliche Antwort

Die Kombination Steak Frites mit Wein ist eine Übung in Balance zwischen Fett, Säure, Tanninen und Umami. Die Maillard-Reaktion beim Braten des Fleisches erzeugt intensive geröstete Aromen, die tanninhaltige Rotweine mit entsprechender Struktur verlangen. Cabernet Sauvignon und Merlot aus dem Médoc oder Saint-Emilion, Malbec aus Cahors mit mindestens 70 % Malbec-Anteil, oder ein Shiraz aus dem Barossa Valley liefern die notwendige Masse, um das intramuskuläre Fett zu schneiden.

Ein oft übersehener Aspekt: Die Zubereitungsart des Steaks beeinflusst die Weinwahl stärker als die Fleischart selbst. Ein blutiges Entrecôte (saignant) verlangt einen jungen, fruchtbetonten Wein mit lebendigen Tanninen, etwa einen jungen Crozes-Hermitage. Ein gut durchgebratenes Steak (bien cuit) mit starker Karamelisierung harmoniert besser mit einem gereiften Wein, dessen tertiäre Aromen die Röststoffe begleiten. Ein 2015er Château Gloria oder ein reifer Barolo zeigen dann ihre Stärke.

Die Frites sind ein unterschätzter Partner. Kartoffeln enthalten Stärke, die beim Frittieren zu Maillard-Produkten umgewandelt wird, und absorbieren das Öl – meist Rinderfett in belgischen Friteusen. Diese Fettigkeit harmoniert besonders gut mit tanninreichen Weinen, deren Polyphenole eine zusammenziehende Wirkung auf die Zunge haben und das fettige Mundgefühl „reinigen“. Ein überraschender Alternativ-Vorschlag: Ein belgischer Steak-Frites mit klassischer Béarnaise-Sauce funktioniert brillant mit einem reifen weißen Burgund – ein Meursault 1er Cru mit buttriger Textur spiegelt die Sauce, während die mineralische Spannung das Fett schneidet. Die Kombination wird im Brüsseler Restaurant Bozar seit Jahren als überraschende Akkord-Empfehlung serviert.

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