Welches sind die besten portugiesischen Weine?
Kurze Antwort
Portugal bietet mit Douro, Alentejo, Dão, Bairrada und Vinho Verde einige der eigenständigsten Weinregionen Europas. Die Spitzenweine – allen voran Barca Velha, Niepoort, Quinta do Noval Nacional Vintage Port oder die Touriga-Nacional-Cuvées der Symington-Familie – zählen heute international zu den gesuchtesten Flaschen.
Ausführliche Antwort
Portugal verfügt über mehr als 250 autochthone Rebsorten – eine Vielfalt, die in Europa nur von Italien übertroffen wird. Diese genetische Schatzkammer hat die Reblauskrise Ende des 19. Jahrhunderts besser überstanden als in vielen anderen Ländern, da mehrere isolierte Anbaugebiete verschont blieben. Die Region Douro, 1756 durch den Marquês de Pombal als erste demarkierte Weinregion der Welt abgegrenzt, steht im Zentrum des portugiesischen Prestiges. Traditionelle Rebsorten wie Touriga Nacional, Touriga Franca, Tinta Roriz, Tinto Cão und Sousão ergeben dichte, aromatisch vielschichtige Rotweine.
Barca Velha, erstmals 1952 von Fernando Nicolau de Almeida für Ferreira produziert, wurde zum Mythos des portugiesischen trockenen Rotweins und wird nur in aussergewöhnlichen Jahrgängen abgefüllt – seit seiner Entstehung weniger als 20 Mal. Im Vintage-Port-Segment gelten die Deklarationen 1945, 1963, 1977, 1994, 2011 und 2016 als historische Referenzen. Der Quinta do Noval Nacional, aus ungepfropften Reben auf nur 2,5 Hektar gewonnen, erzielt bei Auktionen regelmässig Preise jenseits von 3000 Euro pro Flasche.
Weniger bekannt ist die Region Bairrada, wo die Rebsorte Baga strukturierte, tanninreiche Rotweine mit Lagerpotenzial über 30 Jahre hervorbringt – Luís Pato gilt hier als Referenzwinzer. Im Weissweinsegment überzeugen Alvarinho aus dem Vinho Verde sowie die oxidativ ausgebauten Weine von Niepoort und Soalheiro. Auch der Madeira-Sektor – mit Sercial, Verdelho, Bual und Malmsey – erlebt eine internationale Renaissance, unterstützt durch die Tatsache, dass gut gelagerte Madeiras 100 Jahre und mehr problemlos überdauern.