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Welches sind die besten spanischen Weine?

Kurze Antwort

Spaniens Top-Regionen umfassen Rioja (Tempranillo), Ribera del Duero (Tempranillo/Tinto Fino), Priorat (Garnacha/Cariñena auf Schiefer), Rías Baixas (Albariño), Jerez (Sherry) und Cava (Schaumwein). Die Spitzenklassifikation DOCa tragen derzeit nur Rioja und Priorat.

Ausführliche Antwort

Spanien ist mit rund 945.000 Hektar Rebfläche das flächenmäßig größte Weinbauland der Welt, produziert aber durch extrem niedrige Erträge (oft 20–30 hl/ha in Trockengebieten) nur rund 35–42 Mio. Hektoliter – weniger als Frankreich oder Italien. Das Appellationssystem zählt derzeit 96 DOs (Denominaciones de Origen), zwei DOCas und rund 200 weitere geografische Indikationen (VT, VCIG). Die qualitative Struktur wurde 2003 durch die Einführung von Vino de Pago (VP) ergänzt – eine Einzellagen-Kategorie für Weingüter mit besonderem Terroir, derzeit 26 zugelassen.

Ribera del Duero, 1982 gegründet und seit den 1990ern qualitativ transformiert, produziert Weine aus Tempranillo (hier Tinto Fino oder Tinta del País genannt) in einer Höhenlage zwischen 700 und 900 m – eine der höchsten Weinbauregionen Europas. Diese Höhe mit extremen Temperaturunterschieden (bis zu 20 °C zwischen Tag und Nacht) ergibt kräftige, konzentrierte Weine mit hoher Säure. Die Legende Vega Sicilia Único verlangt mindestens 10 Jahre Reifung (davon 6–7 im Holz) und gilt als Spaniens teuerster traditioneller Wein.

Priorat in Katalonien ist die zweite DOCa seit 2009 und produziert auf nur 2.000 Hektar aus alten Garnacha- und Cariñena-Reben (oft 80–120 Jahre alt) auf dem charakteristischen Licorella-Schiefer konzentrierte Rotweine mit 14,5–15,5 % vol. Die Region wurde in den 1980ern von Álvaro Palacios, René Barbier, Carles Pastrana und Daphne Glorian (Clos Mogador) wiederbelebt – zuvor war sie dem Niedergang nahe. Rías Baixas hingegen produziert den frischen, maritim geprägten Albariño aus Galicien, auf Pergolas (parrales) erzogen, um die feuchten atlantischen Bedingungen zu managen. Wenig bekannt: Jerez (Sherry) verwendet das solera-System, bei dem Fässer verschiedener Jahrgänge kontinuierlich gemischt werden – der älteste Tropfen in einer modernen Oloroso-Flasche kann aus dem 19. Jahrhundert stammen. Die Flor-Hefeschicht (Saccharomyces beticus) auf Fino und Manzanilla ist ein weltweit fast einzigartiges önologisches Phänomen.

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