Wie lagert man ungeöffneten Champagner richtig?
Kurze Antwort
Ungeöffneter Champagner wird liegend oder stehend bei konstant 10 bis 14 °C, dunkel und bei 70 % Luftfeuchtigkeit gelagert. Nicht-Jahrgangs-Champagner (BSA) ist etwa 3 Jahre haltbar, Jahrgangs-Champagner 10 Jahre und mehr.
Ausführliche Antwort
Die Lagerung von Champagner folgt strengeren Regeln als die von Stillweinen, da die Kohlensäure und die feinen Hefearomen empfindlich auf Temperaturschwankungen reagieren. Ideal sind konstante 10 bis 12 °C, bei maximaler Abweichung von ±2 °C über das Jahr. Temperaturen über 18 °C beschleunigen die Alterung der Fruchtaromen massiv, während Temperaturen unter 5 °C die CO2-Löslichkeit erhöhen und die Mousse beim Öffnen beeinträchtigen können.
Ob man Champagner liegend oder stehend lagert, ist unter Experten umstritten. Das CIVC (Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne) hat 2008 eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass die stehende Lagerung für Kurzzeit-Archivierung bis 3 Jahre sogar leicht vorteilhaft ist, da der Korken durch den Gasdruck ausreichend feucht bleibt. Für Langzeitlagerung über 5 Jahre wird die liegende Position bevorzugt, um Mikroleckagen zu vermeiden.
Ein überraschendes Detail: Nicht-Jahrgangs-Champagner wird von den Häusern oft unterschätzt konsumiert. Ein Dom Pérignon 2012, der heute bei korrekter Lagerung 20 bis 30 Jahre Reifepotenzial hat, entwickelt nach 10 Jahren eine komplexe Aromatik mit Brioche, Haselnuss und kandierten Zitrusfrüchten. Die sogenannten Récemment Dégorgé-Editionen werden erst nach verlängerter Hefelagerung dégorgiert und sind eine Rarität. Licht – insbesondere UV-Strahlung – verursacht bei Champagner das „goût de lumière“, eine reduktive Note nach nassem Karton, die schon nach 15 Minuten Sonnenlicht auftreten kann. Deshalb die dunkle Flasche und die Pappverpackung, die nie entfernt werden sollte.