Wie viel Wein enthält ein Magnum?
Kurze Antwort
Ein Magnum enthält 1,5 Liter, also das Doppelte einer Standardflasche, und entspricht 12 Standardgläsern. Die größeren Flaschenformate tragen biblische Namen: Jeroboam (3 l), Methusalem (6 l), Salmanazar (9 l), Balthazar (12 l) und Nebukadnezar (15 l).
Ausführliche Antwort
Das Magnumformat gilt in der Önologie als das ideale Reifeformat, was auf den begünstigten Verhältnis zwischen Weinvolumen und Sauerstoffeintrag durch den Korken zurückzuführen ist. Bei identischer Korkoberfläche verfügt das Magnum über das Doppelte an Wein, wodurch die Oxidationsrate pro Liter halbiert wird. Studien der Universität Bordeaux aus den 1990er Jahren belegen, dass ein Grand Cru Classé in Magnumformat rund 30 bis 40 % länger sein Reifeplateau hält als die Standardflasche desselben Jahrgangs.
Die hierarchische Nomenklatur der Großflaschen variiert regional. Während in Bordeaux das Jeroboam 5 Liter misst, entspricht dasselbe Format in der Champagne und im Burgund nur 3 Litern. Der Double-Magnum in Bordeaux mit 3 Litern heißt somit dort anders als das Bordeaux-Jeroboam mit 5 Litern – eine regelmäßige Verwirrungsquelle. Die Champagne-Namen gehen auf biblische Figuren zurück: Jeroboam (erster König von Israel, 3 l), Methusalem (der langlebigste Mensch der Bibel mit 969 Jahren, 6 l), Salmanazar (assyrischer König, 9 l), Balthazar (einer der drei Weisen, 12 l) und Nebukadnezar (babylonischer König, 15 l).
Ein wenig bekannter Aspekt: Die größten erwähnenswerten Weinflaschen der Welt sind die Melchisedech (30 l) und die Sovereign (25 l). Das Haus Taittinger produzierte 1999 zum Millennium 12 Sovereign-Flaschen einer Sondercuvée, die bei Auktionen sechsstellige Preise erzielten. Die größte jemals verkaufte Einzelflasche war eine 130-Liter-Mammoth-Flasche Bordeaux für wohltätige Zwecke 2015, gefüllt mit Château Maucoil-Cuvée.
Das Magnum hat auch kulturelle Symbolkraft: Winston Churchill trank bekanntlich ein tägliches Magnum Pol Roger zu Mittag und Abendessen, und das Haus würdigt seine Treue bis heute mit der Cuvée „Sir Winston Churchill". Für private Keller empfehlen Experten wie Michael Broadbent oder Hugh Johnson den Kauf in Magnumformat bei Jahrgängen über 15 Jahre Reifepotenzial, da die Investition sich durch langsamere Reife und den emotionalen Wert beim Öffnen auf Festakten doppelt rechnet. Der Volumenpreis eines Magnums liegt meist 15 bis 25 % über dem der gleichwertigen zwei Einzelflaschen, was die höhere Produktionskomplexität und Nachfrage spiegelt.